Update 12.8.2011

Nicht mal mehr zwei Tage vor dem 13.8. ist die Nutzung des Bürgerhauses für den neonazistischen „Tag der Identität“ in Geithain ungewiss. Das Oberverwaltungsgericht Bautzen ließ bis dato keine Entscheidung über die Berufung der NPD zum Urteil des Verwaltungsgerichtes Leipzig verlauten. Auch wenn NPD-Stadtrat Manuel Tripp der Triumph verwehrt bleiben sollte im städtischen Bürgerhaus seine Hetz-Veranstaltung durchzuführen, wird der Stadt Geithain am 13.8. neonazistische Propaganda nicht erspart bleiben.
Als Ausweichort für das Bürgerhaus ist mittlerweile die Westseite vor dem Stadion (ein großer Sportplatz nahe des Marktes) genehmigt worden. Hier wurden bereits sichtbare Veranstaltungsvorbereitungen getroffen.
Das Bündnis Geithain nazifrei wird am 13.8. so oder so präsent sein und ein deutliches Zeichen gegen Neonazismus setzten. Die Bündnis-Demonstration beginnt 10 Uhr am Bahnhof und endet im Stadtpark, wo bis 18 Uhr eine Abschlussveranstaltung mit Redebeiträgen, Musik, Workshops und Verpflegung stattfindet. Für das Bündnis steht fest: Nazis, deren Ideologien, Aktivitäten und Gewalttaten dürfen in Geithain (wie auch anderswo) nicht länger geduldet werden.
Die Geithainer Bürgermeisterin Romy Bauer und ihr CDU-Parteikollege und Landtagsabgeordneter Georg-Ludwig von Breitenbuch schüren derweil in antiextremistischer Manier Angst nicht nur vor den Nazis sondern auch vor den demokratischen Protesten. Ihnen scheinen Wegschauen und Ignorieren lieber zu sein als Zivilcourage gegen Rassismus, Antisemitismus und Gewalt. Menschen, die sich mit der Initiative für ein weltoffenes Geithain am 13.8. und auch im Alltag für humanistische und demokratische Werte einsetzten wollen, werden von ihnen öffentlich als Bedrohung von außen denunziert.
Garniert wird die Verunglimpfung des zivilgesellschaftlichen Engagements von Menschen aus Geithain und Umland durch historisch falsche Darstellungen. Breitbruch und Bauer behaupten, dass Hitler durch eine Mehrheit von Nationalsozialisten und Kommunisten im Reichstag an die Macht gekommen sei. Wer im Geschichtsunterricht aufgepasst hat, weiß allerdings, dass gerade die konservativen Machteliten waren, die dem Nationalsozialismus durch Machtübergabe an Hitler Tür und Tor öffneten.

Bleibt zu hoffen, dass viele Menschen am 13.8. den Weg nach Geithain finden und sich solidarisch mit dem so notwendigen Widerspruch gegen die Verletzung von Menschenwürde und Infragestellung von demokratischer Kultur zeigen.

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